Zur Kinästhetk des Films

Zur Ästhetik der filmischen Bewegung. Action als Tanz

Filmwissenschaft
Textexzerpt:

Action ist seit Beginn der Kinogeschichte ein wiederkehrendes Merkmal der Filmproduktion Hollywoods. Von den Western und Burlesken der Stummfilmzeit oder den Mantel- und Degenfilmen der 1930er Jahre bis hin zu den Muskelfilmen der 1980er oder den Science-Fiction- und Comicilmen des neuen Jahrtausends: Es wird gerannt und geballert,, gefochten, gefallen und in die Luft gejagt. Eine wissenschaftliche Analyse dieser Filme sieht sich jedoch vor eine Riehe von analytischen Problemen gestellt. Nicht welten wirkt, was man da sieht, wie eine repetitive Aneinanderreihung von für die Handlung unbedeutenden Effekten, zumindest wenn man mit narratologischen Kriterien misst. Und viel zu häufig werden die Filme aus der Warte einer patrimonialen Kulturkritik auf die von ihnen vermeintlich ausgehende Bedrohung reduziert - für die psychische Verfasstheit junger männlicher Zuschauer, für die öffentliche Sicherheit oder den Geschmack - und undifferenzziert als "gewalttätig" abgewertet. Die anhaltende Begeisterung des Publikums für alles, was kracht und flitzt, lässt sich so allerdings nicht erklären.

Der vorliegende Aufsatz schlägt einen neuen Blick auf die filmische Action vor: Action als Tanz -im Sinne einer struktureirten, nacch ästhetischen Regeln funktionierenden, choreografierten Bewegung. Ein solcher Blickwinkel ermöglicht es der Filmwissenschaft, die bisher nur schlecht greifbare Faszination zu verstehen, die von filmischer Action ausgeht. Er erlaubt zudem, das Phänomen auf produktions-, formal- und rezeptionsästhetischer Ebene neu zu erkunden, um so eine Theorie der filmischen Action zu entwickeln. Eine solche Theorie kann dann nicht zuletzt als Baustein einer allgemeinen Kinästhetik des Films aufgefasst werden, die eine Ergänzung zu herkömmlichen Theorien des Bewegungsbildes bietet...